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Dienstleistungen

Aus unserer Netzwerkpraxis

Um allen Interessierten einen Einblick in unser Tätigkeitsfeld zu geben und vielleicht auch unsere tägliche Arbeit für unsere Kunden ein bißchen transparenter zu machen, habe ich mich entschlossen, hier an dieser Stelle einen kleinen Überblick über unsere Sorgen und Nöte - sowie auch die unserer Kunden zu geben.

b_250_0_16777215_01___images_bilder_tastatur.jpgDienstleistung ? Was ist das ?

Zuerst hier der Hinweis, daß wir in erster Linie ein Dienstleistungsunternehmen sind. Was heißt denn nun eigentlich Dienstleistung? In Deutschland wird immer von einer Dienstleistungswüste geredet.

Ein Dienstleistungsunternehmen hat in erster Linie einen Dienst für den Kunden zu leisten wie der Name schon sagt. Beispiele für Dienstleistungsunternehmen gibt es viele: Ärzte, Kellner, Behörden etc. Im Klartext heißt das, daß es - anders als im produzierenden Gewerbe - keinen geordneten oder planbaren Ablauf gibt. Ein Arzt weiß nicht im voraus, wie viele Patienten er am nächsten Tag zu versorgen hat und wieviel Zeit er für den Einzelnen benötigen wird. Daraus resultiert folgendes:
- der Tagesablauf eines Dienstleisters ist keinen festen Regeln unterworfen - Dienstleistung kann in der Regel nicht von einer Maschine erledigt werden und ist somit äußerst personalintesiv

Dienstleistung in der High-Tech-Branche

Durch den Einzug von neuen Kommunikations- und Informationstechnologien in den Betrieben wurden neue Betriebsstrukturen unerläßlich. Alte Abteilungen wurden aufgelöst und neue aus den Boden gestampft. Somit wurden EDV-Abteilungen, die anfangs nur aus wenigen Mitarbeitern bestanden, zu immer größer werdenden Einrichtungen. In der Regel sind diese Abteilungen direkt der Geschäftsleitung unterstellt und wurden im Laufe der Zeit immer mächtiger. Dabei hat verständlicherweise jedes Unternehmen das Ziel, möglichst die Kosten so gering wie möglich zu halten. Der größte Brocken dabei sind natürlich die Personalkosten. Um hier zu sparen gehen viele Firmen den Weg des Outsourcings d.h. es werden je nach Arbeitsaufkommen Fremdarbeiter von externen Firmen hinzugezogen.

Anforderungen an ein Outsourcing-Unternehmen

Die Idee sich je nach Bedarf externe Dienstleister einzukaufen ist nicht neu. Sie hat nur durch die neuen IT-Berufe einen höheren Stellenwert erhalten. Wie jedermann weiß, schreitet dieb_250_0_16777215_01___images_netzwerk_fotolia_36134683.jpg Entwicklung im EDV-Bereich in immer größeren Schritten voran. Der Kunde verlangt immer mehr in immer kürzeren Zeitabständen. Der Einzelne fühlt sich dadurch hoffnungslos überfordert. Ich kann mich erinnern, und es ist noch gar nicht solange her, daß sich unsere Tätigkeit auf reine Client-Server-Lösungen beschränkte. Es galt nur einen gemeinsamen Datenpool zu schaffen (Server), der einzig und allein die Aufgabe hatte, Datei- und Druckdienste zur Verfügung zu stellen. ISDN war damals ein Fremdwort. Im Laufe der Zeit wurde aber immer mehr von uns abverlangt. Die Kunden wollten auf einmal faxen übers Netz, wollten Außendienstmitarbeitern den Zugang zum betriebseigenen Firmennetz ermöglichen usw. Ins Eingemachte ging es für uns dann erst richtig, als das Internet förmlich explodierte. Es mußten auf einmal eMail- und Web-Server her. Auch die Produktvielfalt hat sich entscheidend geändert. Wurden früher überwiegend Novell-Server installiert, so gibt es heute eine breite Palette anderer Briebssysteme wie Windows NT, LINUX/UNIX und jeder Kunde schwört auf etwas anderes.
Die Konsequenz aus dieser ganzen Entwicklung war die Spezialisierung einzelner Mitarbeiter auf bestimmte Gebiete. So hat jeder von uns ein eigenes Fachgebiet auf dem er stark ist. Bereichsübergreifend muß natürlich jeder noch ein gewisses Grundwissen des jeweils anderen Systems haben. Oft genug finden wir in Firmen ja heterogene Landschaften vor, die meist eine gewisse Grundversorgung bedürfen. EDV-Dienstleister ? Ein Berufsmythos Nun - was macht nun einen guten EDV-Dienstleister aus. Hierfür sollten einige wichtige Grundregeln zu beachtet werden:

1. Vertrauen zum Kunden

Würden Sie einem Wildfremden ihre geheimsten Firmendaten anvertrauen? Mit Sicherheit nicht. Nach meinen Erfahrungen treten die meisten Menschen fremden Personen erst einmal reserviert gegenüber. Das Vertrauen des Kunden gewinnt man nicht an einem Tag. Das ist meist ein langsamer Prozeß, der durchaus Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern kann.

2. Zuversicht verbreiten

Das ist wohl meiner Ansicht nach einer der schwierigsten Punkte, denn es ist nicht einfach bei einem komplett abgestürzten Netzwerk die Nerven zu behalten. Zumal oftmals nicht nur meist die ganze Belegschaft hinter sich steht und geduldlos permanent fragend wann´s denn nun endlich wieder geht und dabei uns den letzten Nerv raubt. Hier muß man meist äußerst diplomatisch vorgehen und den Kunden dezent darauf hinweisen, daß wir für unsere Arbeit in erster Linie Ruhe brauchen. Ferner sollte man nicht in übermäßige Hektik verfallen. Ein Sprichwort sagt: "In der Ruhe liegt die Kraft". Wichtig ist auch hierbei, eine positive und optimistische Einstellung zur Arbeit zu haben, die dann automatisch auf den Kunden übergeht.


3. Fachkompetenz

Ohne das nötige Know-How wird man sich beim Kunden schwer tun. Alte Zöpfe, wie Novell 3.11-Server können wir heute nicht mehr verkaufen. Im Klartext heisst das: Lernen, Lernen und nochmals Lernen. Viel kann man schon nach der Methode "Learning by Doing" erreichen. In der Regel wird es aber so sein, dass bei Neuinstallationen zuerst eine Testinstallation bei uns im Hause aufgebaut wird. Erst wenn wir sicher sind, dass alles so "spielt" wie es der Kunde wünscht, wird das Ganze ein zweites Mal beim Kunden vollzogen. Jeder Sportler muss doch auch zuerst intensives Training über sich ergehen lassen, bevor er an einem Wettkampf teilnimmt. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man für eine Installation Tage, Wochen oder sogar Monate beim Kunden verbringt bis man zum gewünschten Erfolg kommt. Ich setze für mich und meine Mitarbeiter voraus, dass man sich auch außerhalb der Arbeitszeit, in Form von Fachliteratur, Lehrgängen oder was auch immer, weiterbildet.

4. Keine Angst vor großen Netzen

Netzwerke wachsen meist schneller als man denkt. Sind heute noch 5 bis 10 Clients am Netz, so können es morgen schon zwanzig, fünzig oder Hunderte sein. Insbesondere bei Neukunden hat man das Problem, daß man keinen richtigen Überblick mehr hat. Hier sollte schon ein wenig behutsam vorgegangen werden. So kann es leicht sein, daß so eine simple Installation wie der Einbau einer ISDN-Karte dazu führt, daß andere Funktionen im Gerät, die möglicherweise Einfluß auf Produktionsabläufe des Kunden haben in Mitleidenschaft gezogen werden, ohne, daß dies sofort bemerkt wird. Wichtig ist deshalb: Nach jeder Installation den Kunden überprüfen lassen, ob noch alles funktioniert so wie es soll. Erst dann sollte man sich verabschieden. Erfahrene EDV-Techniker entwickeln im Laufe der Zeit ein gewisses Feingefühl dafür, was man machen kann und was man besser sein läßt.

5. Objektive, fachliche Beratung

Es wird wohl in keiner anderen Branche so viel unsinniges Geld "verbraten" wie in der EDV. Da werden Drucker oder PCs angeschafft, die nicht benutzt werden oder sündhaft teuere managbare Switche installiert, die keiner so richtig konfiguren oder auswerten kann und so weiter und so fort. Dabei möchte ich keinem Vorsatz unterstellen. In den allermeisten Fällen ist Unwissenheit die Ursache für solche gravierenden Fehlinvestitionen. Man spricht hier auch meist von einem "Angstzuschlag" d.h. weil man Angst hat, das Falsche zu kaufen wird gleich ein paar Nummern größer eingekauft. Nur ist "Angst" ja bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Und Angst haben viele in der EDV, selbst wenn sie das nicht zugeben. Hier ist es von großem Vorteil, wenn man auf Erfahrungen anderer "Leidensgenossen" zurück greifen kann. Ein EDV-Techniker, der Fulltime nur in einer Firma arbeitet, kennt eben nur seine Umgebung. Eine Firma, wie die unsere, die bei verschiedenen Kunden ein und aus geht, kann sich einen guten Überblick über die einzelnen Komponenten von Hard- und Software machen und somit wertvolle Hilfestellung bei Neuinvestitionen geben. Man lernt hier schnell Sinnvolles von Unsinnigem zu trennen. Jedoch sollte man auch die Firmenpolitk der einzelnen "Unternehmen" mit einbeziehen. Es kann nämlich durchaus sein, daß manche Dinge durch ausgeprägtes Budgetdenken viel kosten müssen. Auch hier bedarf es eines gewissen Feingefühls. Auf alle Fälle sollte man den Kunden nicht "das Blaue vom Himmel" versprechen, das man hinterher nicht einhalten kann.
 

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Hubert Jungböck
Jungböck EDV Dienstleistungen

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